Kleiner Lichtworkshop im Fotostudio oder wie die Gitarre das Leuchten lernt

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Kleiner Lichtworkshop im Fotostudio oder wie die Gitarre das Leuchten lernt

Fotos begegnen uns überall. Im Internet, in Zeitschriften, in Katalogen etc.. Die meisten werden von Berufsfotografen erstellt. Warum? Klar: Bilder verkaufen und gute Bilder verkaufen einfach besser.
Wer sich schon immer gefragt hat, warum professionelle Bilder besser aussehen, kommt heute mal mit in mein Fotostudio.

Da ich noch einige Gitarren aus meinem Hobbykeller verkaufen muss, mache ich aus der Not eine Tugend und dokumentiere das Shooting für den Foto-und Werbeblog. Denn gute Fotos verkaufen auch bei Ebay besser. Das Objekt der Begierde ist eine Herweta Jazz-Gitarre aus dem Hause Rodebald Hoyer mit Framus Mischpult und einem Baujahr um Mitte der 50er Jahre. Die Frage der Perspektive ist schnell beantwortet. Das Mischpult der Gitarre sitzt rechts. Um sie plastisch darzustellen fotografiere ich sie also von vorne-rechts, so dass man auch die Tiefe der Zarge erkennen kann. Den Hintergrund wähle ich schwarz – nichts soll von der Gitarre ablenken. Außerdem kommen so das Holz und die Farben am besten zur Geltung.

Das erste Licht setze ich weich von der Seite. Damit beleuchte ich nur die Zarge und die rechte Seite des Halses. Sofort fängt das Holz vor dem schwarzen Hintergrund an zu leuchten.

Gitarre im Fotostudio mit dem ersten Licht
Gitarre im Fotostudio mit dem ersten Licht
Die Gitarre mit einem Licht.
Die Zarge sieht schon gut aus. Der Rest muss noch werden.

 

Die Gitarre hat eine starke Wölbung auf Vorder und Rückseite. Um das auf dem Bild deutlich zu machen, setze ich auf die linke Seite der Gitarre einen großflächigen Lichtreflex mittels einer 1,50 m hohen Softbox. Sie ist gleichzeitig mein Hauptlicht für die gesamte Front.

Die zweite Lampe steht
Vorne wirds langsam hell.
Gitarre mit 2 Lampen.
Es geht in die richtige Richtung.

Das Mischpult ist aus verchromtem Metall. Das soll man auch auf dem Bild sehen. Dazu richte ich auf der linken Seite einen weißen Karton ein, der von einer weiteren Blitzlampe angestrahlt wird. Der Karton spiegelt sich im Chrom des Mischpults. Zusätzlich schaffe ich mir damit einen Lichthorizont unter dem Cutaway.
Um den harten Lichtreflex des Reflektors zu eliminieren, decke ich diesen zur Gitarre hin mit einer Pappe ab.
Jetzt wirkt die rechte Seite unten noch etwas dunkel. Ich benutze einen Spiegel, fange damit das Licht der rechten Softbox ein und erhelle damit eben diese Fläche.

Fotostudio Ansicht mit Spiegeln und Einspiegelung für das Mischpult
Fotostudio Ansicht mit Spiegeln und Einspiegelung für das Mischpult
Fotostudio Lampe für die Einspiegelung
Fotostudio Lampe für die Einspiegelung
Fotostudio Spiegel für die rechte Seite
Fotostudio Spiegel für die rechte Seite
Fotostudio; So ist die Aufnahme fertig.
Fotostudio; So ist die Aufnahme fast fertig.

 

Damit das Binding unten am Seitenhalter nicht verschwindet, nutze ich einen weiteren Spiegel, ca. 15 cm lang und nur einen cm breit. Damit wird ausschließlich das untere Binding erhellt.

Bei genauem Hinsehen fällt mir auf, dass sich der Teppich und noch einige andere Dinge in der Vorderseite der Gitarre spiegelt. Das korrigiere ich mit einem weiteren schwarzen Tuch, welches sämtliche unerwünschten Lichtreflexe fernhält.

Fotostudio
Aufbau Gesamtansicht mit schwarzem Tuch

Ist sie nicht schön? Natürlich könnte man hier und da noch noch einen Reflex oder eine Lichtkante setzen. Das ist aber erstens Geschmacksache und zweitens wird das den Verkauf nicht weiter fördern.

Also: Et voilà

Studiofotgrafie Rodebald Hoyer Herweta
Rodebald Hoyer Herweta
Herweton von hinten
Herweton von hinten

 

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